Editorial im Infoblatt des Departements Bildung und Kultur

Schon Einstein soll gesagt haben, wer nicht gegen den Verstand verstosse, könne zu überhaupt nichts kommen. Oder anders formuliert: In den Denkansätzen erfolgreicher Querdenker aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen spielt künstlerisches Denken eine erhebliche Rolle – es ermöglicht Innovation. Ausserdem trägt Kultur entscheidend dazu bei, dass aus einer Bevölkerung eine Gesellschaft wird. Letztlich ist es das kulturelle Schaffen, das den Grundstein legt fürs Menschsein und für den Fortschritt. Gerade deshalb sollen möglichst alle Menschen Zugang zu Kunst und Kultur finden. Genau hier, bei der Teilhabe, ortet der Regierungsrat Handlungsbedarf. In seinem Kulturkonzept benennt er etwa die Defizite in der Kunstvermittlung deutlich: Potenziell Interessierte – also zum Beispiel Schülerinnen und Schüler – würden nicht gezielt an das vielfältige Kulturangebot herangeführt, Professionalität in der Vermittlung sei selten, heisst es. Und weiter: «Bildung und Kultur bedingen sich gegenseitig. Einerseits werden in der Schule grundlegende kulturelle Werte und Werke vermittelt, anderseits setzt Bildung das Vorhandensein eines kulturellen Fundus wie Sprache oder den Umgang mit Konflikten voraus.» Der Kanton will diese Verknüpfung stärken. Mit dem Ziel, dass die Kunst- und Kulturvermittlung in den Kulturinstitutionen im Kanton adressatengerecht und kompetent agiert. Die Kulturvermittlung Ostschweiz macht sich hier mit den Schulen – vor allem aber mit den Anbietern – auf den Weg. Ich bin überzeugt, dass der Zugang für die künftigen «Einsteins» damit einfacher und nachhaltiger wird.